Herzenkälte
 
Winterstürme, Winterwehen,

Heute durch die Landschaft gehen.

Sieh den Schnee, er fällt in Massen.

Zugedeckt sind alle Straßen.

Zugedeckt sind alle Felder

Und verschneit sind auch die Wälder,

Und der Frost, der ist so stark,

Daß er geht durch Bein und Mark.

O, wen triebs heut' aus dem Haus

In die kalte Welt hinaus?

 

Kalt ist's auch in vielen Herzen,

O wie muß den Herrn das schmerzen.

S'ist kein Feuer mehr, kein Leben

Das der Herr einmal gegeben.

Wo den Herrn man einst gepriesen

Und er mächtig sich erwiesen,

Ist verschlossen nun der Mund,

Und das Preisen fast verstummt.

 

O wann kommt die Gnadensonne?

Daß man wieder voller Wonne

Loben kann den gnädigen Herrn,

Der uns immer hilft so gern?

Wenn wir nur vor ihn hintreten

Und im Geist und der Wahrheit beten,

Will er uns aufs neue beleben,

Wieder Liebe und Freude geben,

Daß wir ihn aufs neue loben

Bis wir bei ihm sind dort oben.

 

Den 11. Jan. 1979